
Handwerkskammer Flensburg
In der Karibik spricht man über die Handwerkskammer Flensburg
Sonne, Strand und erstklassige Ausbildung – diese drei Dinge sollte man zukünftig mit der Karibik verbinden. Zumindest, wenn es nach Celina Niehoff geht. Niehoff ist Mobilitätsberaterin im Netzwerk „Berufsbildung ohne Grenzen“ bei der Handwerkskammer Flensburg und vernetzt weltweit Fachkräfte, Auszubildende und Betriebe. Das durch die Europäische Union kofinanzierte Projekt komme gut an, sagt Niehoff. "Ein Auslandsaufenthalt erweitert nicht nur Fachwissen, Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz, sondern fördert auch Eigenständigkeit und Flexibilität. Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das gut vernetzte, selbstbewusste und praxisorientierte Fachkräfte mit wertvollen internationalen Erfahrungen."
Seit letztem Jahr gibt es auch mit der Karibik ein Abkommen im Rahmen der handwerklichen Berufsausbildung – genauer gesagt mit dem in der östlichen Karibik gelegenen Inselstaat St. Kitts & Nevis. Meisterinnen, Meister und Lehrkräfte besuchen zweimal pro Jahr die Partnerschule AVEC in der Hauptstadt Basseterre, um dort im Rahmen von Job-Shadowings im praktischen Unterricht zu hospitieren und gemeinsam mit lokalen Fachkräften handwerkliche Unterrichtseinheiten zu konzipieren. "Wir können mit unseren deutschen Strukturen schnell und effizient arbeiten. Dort lernt man zu improvisieren – aus nichts ganz viel zu machen, und das ist auch eine Kunst", sagt Hauke Heisig, Zimmerermeister und Teilnehmer im letzten November.
Wie gut dieses Projekt in der Karibik ankommt, zeigt der Besuch von Dr. Rüdiger Ackermann in der Handwerkskammer Flensburg. Der Honorarkonsul von St. Vincent und den Grenadinen, einem Nachbarstaat von St. Kitts & Nevis, besuchte Anfang März die Ausbildungswerkstätten in Flensburg, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen und um über mögliche Kooperationsprojekte zu sprechen – bereits der zweite Karibikstaat, der an einer Zusammenarbeit interessiert ist. "Das Engagement der Handwerkskammer Flensburg ist vorbildlich bei der Förderung nachhaltiger Projekte, die einen spürbaren Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände in vom Klimawandel bedrohten Ländern leisten. Insbesondere die Förderung von Projekten mit Mädchen und Frauen, die in vielen Ländern strukturell benachteiligt sind, ist ein konkreter Schritt zur Gleichberechtigung." Der 51-jährige Jurist vertritt den kleinen Karibikstaat mit dem englischen König als Staatsoberhaupt im gesamten Bundesgebiet. Langfristig soll durch solche gemeinsamen Projekte die internationale Vernetzung und der Wissenstransfer im Handwerk gestärkt werden.



